Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1110

Muffat Franz Karl, 1797 (Sulzbach/Opf.) – 1868, Baumeister und Stadtbaurat; M. hat als Junker und Leutnant die Feldzüge von 1813/15 nach Frankreich mitgemacht und wurde nach seiner Entlassung aus dem Heeresdienst 1825 als funktionierender Kreisingenieur angestellt, mit Genehmigung der Regierung des Isarkreises wurde ihm am 1. III. 1831 die Stadtbauratsstelle übertragen (die amtliche Einführung bei der Stadt erfolgte erst am 1. X. 1831); als Stadtbaurat schuf M. die meisten öffentli­chen Bauten, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in München entstanden; sein Hauptwerk, die ehemalige 1852/53 erbaute Maximilians-Getreide-(Schrannen-)Hal­le an der Blumenstraße, ganz aus Eisen und Glas (wie der ziemlich gleichzeitig von A. Voit erbaute Glaspalast, der fast zur selben Zeit [1931] wie diese [1932] abge­brannt ist), war wohl eine der ersten Konstruktionen dieser Art in Deutschland und, als Wunder der Technik bezeichnet, aufsehenerregend; die Bedeutung dieses Baus ist auch daran zu erkennen, daß der König selbst und der ganze königliche Hof der Grundsteinlegung beiwohnten und dem Künstler für diese Leistung der Verdienst­orden vom hl. Michael verliehen wurde; unter M. wurde der erste Kanal Münchens im Zug der hygienischen Maßnahmen M. von Pettenkofers erbaut, darin liegt das Hauptverdienst dieses Mitarbeiters A. von Zenettis und Karl Probsts; nach M. ist das 1893 von Stadtbaurat Frauenholz erbaute Elektrizitätswerk an der Zweibrü­ckenstraße »Muffat-Werk« benannt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


25-13-08/09 (Muffat)