Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1109

Müller Karl Friedrich Moritz, gen. »Feuermüller«, 1807 (Dresden) – 1865, Genrema­ler; er studierte 1821 an der Kunstakademie seiner Heimatstadt und gewann in Zit­tau, wohin sein Vater als Zeichenlehrer berufen wurde, durch Porträtmalen die Mit­tel zur Weiterbildung; 1830 ging M. nach München wo er zunächst für Zittau be­stimmte Altarbilder ausführte und die Kunstakademie besuchte; dann malte er, ei­nem Defregger vorgreifend, den Auszug der Tiroler unter dem Kapuziner Haspin­ger; sein Name bekam einen guten Klang durch die Bilder wie Szenen bei einem Brand, Andreas Hofer auf der Kelleralm, Hochzeit im Gebirge; König Ludwig I. er­warb eine Szene aus dem Tiroler Krieg und die Abfahrt von der Hochzeit für die Pi­nakothek; Ms. Ruf verbreitete sich bald weit über München hinaus, so besitzt die Eremitage von St. Petersburg (= Leningrad) seine Armen Kinder in der Christnacht, Philadelphia den Christabend einer armen und reichen Familie und die Christmette; auch England und Schweden haben Werke von ihm, dessen Bilder voll Licht und Feuerbeleuchtung ihm den Namen »Feuermüller« zuzogen.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


13-08-56 (Müller)