Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1084

Miller Ferdinand, von, Ritter, 1813 (Fürstenfeldbruck) – 1887, Erzgießer (»Erzgieße­rei-Inspektor«); er entstammt einer Uhrmacherfamilie und lernte in München bei seinem Onkel Johann Stiglmaier zunächst das Goldschmiede-handwerk, studierte an den Kunstakademien in München und Paris und wurde 1844 Direktor der könig­lichen Erzgießerei in München, der er zu Weltruhm verhalf; M. schuf gegen 180 große Gußwerke, darunter die Bavaria in München, die Tore des Kapitols in Wa­shington, das Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar, die Germania für das Nie­derwalddenkmal u. a.; er war auch Erfinder eines Verfahrens der Vergoldung gro­ßer Erzfiguren und neuer Gußformen; seiner Anregung als Gemeindebevollmäch­tigter – er war auch seit 1869 Mitglied des bayerischen Landtags und von 1874–1881 Zentrumsabgeordneter im deutschen Reichstag – war auch das Zustandekom­men der deutschen Kunst- und Industrieausstellung von 1876 in München zu ver­danken; weil er das Baugelände für die St.-Benno-Pfarrkirche in München unent­geltlich zur Verfügung stellte, wurde der angrenzende Platz nach ihm benannt; sei­ne berühmten Söhne – auf dem Bronzerelief des Grabmals zu Füßen der Madonna kniend Oskar, der Elektroingenieur und Gründer des »Deutschen Museums«, und der Erzgießer Ferdinand der Jüngere – liegen im Friedhof beim Winthir-Kirchlein in München-Neuhausen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-079/080 (Miller)