Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1079

Meyr Melchior, Dr. phil., 1810 (Ehringen b. Nördlingen/Schw.) – 1871, Dichter und Philosoph; er studierte in München, Heidelberg und Erlangen anfangs Rechte, dann ausschließlich Philosophie und Ästhetik und begann seine literarische Laufbahn mit dem Idyll »Wilhelm und Rosina« und der Schrift »Die poetischen Richtungen unsrer Zeit«; von 1841–1852 war er in Berlin journalistisch tätig; nach der Tragödie »Her­zog Albrecht« begann Ms. produktives Wirken in München; seine Gedichte und Er­zählungen sind volkstümlich (2. Liebhaberin – Novelle, Agnes Bernauer, Franz von Sickingen – Bühnendichtung), seine philosophischen Schriften (Gott und sein Reich, Die Religion des Geistes, Die Fortdauer nach dem Tode, Gedanken über Kunst, Re­ligion und Philosophie) sind dagegen deistisch-pantheistisch, von F. W. von Schel­ling und dem Naturforscher Karl Schimper beeinflußt; M. war ein Freund F. Rü­ckerts, seine literarischen Leistungen wurden von Goethe anerkannt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


38-02-03 (Meyr & Müller)