Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst (31.7.1868) / t_914

Nekrologe.

Max Heß, ein begabter Historienmaler, starb den 19. Juli im Bade Lippspringe, wo­hin er sich zur Wiederherstellung eines langwierigen Lungenleidens begeben hat­ten. Er war der Sohn des Schlachtenmalers Peter Heß und 1836 in München gebo­ren, wo er auch seine erste künstlerische Ausbildung empfing, die er in Paris erwei­terte. Seit vielen Jahren in Düsseldorf lebend, war er bei den Festen der dortigen Künstlerschaft außerordentlich thätig und trug durch seine mannigfachen Talente, bald als Schauspieler und Sänger, bald als vorzüglicher Paukenschläger, und haupt­sächlich als Dekorationsmaler viel zu deren Gelingen bei. Was er als Maler geschaf­fen, verräth seltene Anlagen, die er bei größerer Ausdauer und Thätigkeit mit be­deutenderem Erfolg hätte verwerthen können. Am Plafond der permanenten Kunstausstellung von Eduard Schulte in Düsseldorf hat er den bekannten Alexan­der-Fries Grau in Grau gemalt.

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst. Leipzig, 31. Juli 1868.


13-01-51 (Hess & Kurz)