Baierisches Künstler-Lexikon (1810) / t_1607

Schattenhofer (Amalie von), die Gattin des Königl. b. Damenstifts-Kanzlers zu Mün­chen, Franz Xaver v. Schattenhofer, und Tochter des berühmten Leibmedikus, Pro­fessors und Mitglieds der Akad. d. Wissensch. in München, Ferdinand Baader. Sie wurde 1765 zu Erding (im Isarkreise) geboren, lernte die Zeichen- und Malerkunst beim Hofkammerrath und Gallerie-Vicedirektor Jakob Dorner, und brachte es, vor­züglich im Zeichnen mit farbigen Bleistiften, dann im Pastelmalen so weit, daß sie sehr schön Porträte nach der Natur verfertiget. Noch bildet sie ihr Kunsttalent und reifet immer mehr zur vollkommenen Künstlerin. Sie hat unter andern folgende merkwürdige Blätter geliefert, und so sich und der Kunst ein schönes Monument gesetzt: a) Bruchstück des Porträts von Van Dycks Gemahlin; b) Bruchstück der Omphale mit der Löwenhaut auf dem Kopfe, nach Dominichino; c) der Kopf eines lachenden Bauers nach J. Dorner; d) Ideal eines Frauenzimmer-Kopfes mit einem runden Huthe; e) eine betende Madonna nach Quido Reni; f) Ideal eines lachenden Mönchskopfes; g) Profilkopf eines Frauenzimmers nach G. F. Schmidt in Berlin, (ist rothbraun abgedruckt); h) drei Kinderköpfe nach ebendemselben; i) Profilkopf ei­nes alten Weibes bis unter die Brust, v. J. 1784, (braunroth abgedruckt ); k) flüchti­ger Versuch eines Mädchenkopfes bis unter die Brust, v. J. 1784, oval; l) der leben­de Cupido, nach Corregio in gebunzter Manier, ganze Figur in Folio; m) ein Frauen­zimmerkopf nach Angelika Kaufmann u. s. w.

Felix Josef Lipowsky: Baierisches Künstler-Lexikon. München, 1810.


05-01-34* (Schattenhofer)