Ausführliches Handbuch der Photographie (1905) / t_49

Der Lichtdruck wurde erst durch die wichtigen Verbesserungen, welche der Photo­graph Josef Albert in München (geboren 5. März 1825, gestorben 5. Mai 1886) schuf, lebens- und leistungsfähig gemacht. Er wendete Glasplatten als Träger der Chromatgelatine an und erzielte das Festhalten der Druckschicht durch Verwen­dung einer Chromatgelatine-Vorpräparation. Albert erweckte das Interesse der ganzen Fachwelt durch seine in der III. deutschen photographischen Ausstellung in Hamburg 1868 ausgestellten Drucke, welche nahezu allgemein als »Albertotypien« bezeichnet wurden.

Josef Albert, dessen Porträt Fig. 133 zeigt, war der Sohn eines Kreisingenieurs in München, besuchte das Gymnasium, später das Polytechnikum (Baufach) München. Er lernte bei einem der ersten damaligen Münchener Photographen, Löscherer, das Daguerreotypieren, errichtete ein Atelier 1850 in Augsburg, gab dann für den Kunstverlag (zirka 1869) große photographische Reproduktionen von Kaulbach, Schwind usw. heraus und wendete in der Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts seine ganze Aufmerksamkeit dem photomechanischen Verfahren zu, was ihn zur Verbesserung des Lichtdrucks führte.

Josef Albert fand die verständnisvolle Förderung des königlich bayerischen Hofes und wurde durch Orden und zahlreiche Ausstellungspreise ausgezeichnet. Er war auch der erste, welcher den Dreifarbenlichtdruck praktisch mit bestem Erfolge durchführte. J. Alberts Lichtdruckanstalt wurde nach seinem Tode von seiner Witwe weitergeführt. Sein Sohn, E. Albert, befaßte sich insbesondere mit Heliogravure und Dreifarbenautotypie und führte die orthochromatische Kollodiumemulsion in die Reproduktionstechnik ein.

Dr. Josef Maria Eder: Ausführliches Handbuch der Photographie. Halle an der Saale, 1905.


MR-015/016 (Albert)