Augsburger Tagblatt (7.4.1831) / t_518

Gestern Abend fand die Beerdigung des dahingeschiedenen, allgemein bedauer­ten Baurathes Herrn Anton Baumgartner statt. Was dieser edle Mann als Staatsdie­ner, vorzüglich in der Eigenschaft als Polizei-Direktor der Haupt- und Residenz­stadt, (welche Stelle er längere Zeit begleitete, und in Beziehung auf Thätigkeit, umfassende Kenntnisse, genauester Bekanntschaft mit den hiesigen Lokalverhält­nissen, dann wichtiger Ansicht seines wichtigen Standpunktes, noch beiweiten von keinem seiner Herren Nachfolger erreicht worden ist,) was er später als Baurath bei unzähligen Gelegenheiten, namentlich bei dem gefahrvollen Brande im großen Hof- und Nationaltheater den 14. Jänner 1823, mit gänzlicher Hingebung seiner selbst geleistet hat, wie er im stillen gutes wirkte, und seinen letzten Groschen mit dem bedrängten Nebenmenschen theilte, ist zu allgemein bekannt, als daß nicht viele Thränen am Grabe dieses Biedern geflossen wären. Unter dem sehr zahlrei­chen Leichenzuge, bemerkte man viele hohe Civil- und Militärbeamte, dann eine Deputation des Magistrates, an deren Spitze sich der Herr Bürgermeister Klar be­fand. Ein Bruder des verewigten Herrn Rathes Baumgartner, diente mit vieler Aus­zeichnung in der vaterländischen Armee, und starb als Rittmeister an den Folgen einer den 20. April 1809 erhaltenen schweren Wunde bei Abensberg, am 6. Mai desselben Jahres zu Ingolstadt.

Augsburger Tagblatt Nro. 95. Donnerstag, 7. April 1831.


09-01-17 (Baumgartner & Parrot)