Artistisches München im Jahre 1835 (1836) / t_899

Heinlein, Heinrich, Landschaftsmaler, am 3. Dez. 1803 zu Naßau-Weilburg geboren, erhielt seine erste Erziehung am Gymnasium daselbst, wo der Hang zu bildlicher Darstellung sich auf mancherlei Weise schon bei ihm aussprach. In Mannheim, dem späteren Wohnorte seiner Eltern, sich dem Studium der Architektur widmend, be­trieb er es weniger aus Liebe zum Fach, als um in der Nähe der Malerei zu bleiben, die zum Hauptberufe zu wählen, sein Vater aus eignen Ansichten, nicht gern zugab. In seinem neunzehnten Jahre besuchte er München, und in Folge der größeren Un­abhängigkeit ergab er sich dem alten Hange, und vielleicht durch die malerische Schönheit des bayerischen Hochlandes und Tirols bestimmt, der Landschaftmalerei.

Seit der Zeit bereiste er meist das südliche Deutschland, die Schweiz und Oberitali­en mit längerem Zwischenaufenthalt zu Wien und München. Am meisten jedoch scheinen ihm bis jetzt die Alpen zuzusagen, da die mehresten Motive seiner Bilder aus jener einsamen großen Natur geschöpft sind.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Me­chaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.


15-01-17/18* (Heinlein)