Artistisches München im Jahre 1835 (1836) / t_58

Anschütz, Herrmann, geb. in Coblenz 1805 [1802], gieng im Jahre 1820 nach Dres­den auf die dortige Akademie der Künste, um seine Studien allda anzufangen. Im Jahre 1822 kehrte er von dort zurück, um sich in Düsseldorf unter dem Direktor von Cornelius weiter auszubilden. 1826 bis 1827 malte er eines der Deckengemäl­de al fresco im Odeon-Saale in München, das Urtheil des Midas vorstellend. Im Jah­re 1850 ward er mit noch zweien Gefährten, von Sr. Majestät dem Könige Ludwig von Bayern nach Neapel geschickt, um die antiken Wandverzierungen im dortigen Museo Borbonico, so wie in den Ausgrabungen von Herculanum und Pompeji zu studiren. Nach einem Jahre kehrte er zurück, um vereint mit einem Gefährten in eben diesem Style, in dem neuen Königsbau in München, die Wand-Dekorationen im Tanzsaale, Spielsaale etc., nach den Angaben des Geheimenraths v. Klenze, aus­zuführen.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Me­chaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.


28-08-26 (Anschütz)