Artistisches München im Jahre 1835 (1836) / t_1095

Morgenstern, Christian, geb. zu Hamburg 1805, bereiste mit Cornelius Suhr, Besit­zer eines Panoramas, bis zum Jahre 1824 die Hauptstädte des nördlichen Deutsch­lands, Dänemarks und Rußlands.

Da Morgenstern nun eine große Liebe zur Kunst gefaßt, und ihm das fernere Rei­sen mit Suhr keinen Nutzen bringen konnte, so beschloß er, in Hamburg bei Herrn Professor Suhr, dem Bruder des erst Genannten, zu bleiben, bei welchem er aber auch bald alle Hoffnungen auf einen tüchtigen Unterricht aufgeben mußte, weil Professor Suhr höchst kränklich war, weshalb er sich an den Maler Siegfried Bendi­xen, einen tüchtigen Künstler, wandte, der sich auch bereit erklärte, für ihn zu sor­gen, bis es ihm gelungen seyn würde, sich selbst helfen zu können.

Im Jahre 1827 fand es Bendixen zweckmäßig, seinen Schüler nun zu entlassen; er verschaffte ihm ein kleines Stipendium, womit Morgenstern eine Reise nach Nor­wegen unternahm, um daselbst landschaftliche Studien zu machen; im Winter ging Morgenstern nach Kopenhagen, wo er sich bis Ende des Jahres 1828 aufhielt, und mehrere Bilder malte; von dort ging er nach Hamburg zurück, und begab sich im Winter 1829 nach München, wo er sich bis jetzt aufhält.

Die Motive zu seinen Bildern sind aus der Natur entlehnt, und tragen den Charak­ter der Gegenden an sich, welche der Künstler früher gesehen, und nach welchen er Studien gemacht hat. Morgensterns Bilder befinden sich in den Händen ver­schiedener Besitzer.

Adolph von Schaden: Artistisches München im Jahre 1835 oder Verzeichniß gegenwärtig in Bayerns Hauptstadt lebender Architekten, Bildhauer, Tondichter, Maler, Kupferstecher, Lithographen, Me­chaniker etc. Aus den von ihm selbst entworfenen oder revidirten Artikeln zusammengestellt und als Seitenstück zum gelehrten München im Jahre 1834 herausgegeben durch Adolph von Schaden. München, 1836.


16-01-05 (Morgenstern)