Ansbacher Morgenblatt (22.12.1853) / t_1764

– 19. Dez. Diesen Morgen wurde der Muttermörder Engelhart unter den üblichen Ceremonien zur Richtstätte geführt. Die Straßen, welche der Zug passirte und die »weite Gasse« vor dem Stadtgerichte, wo sein Urtheil ihm nochmals verlesen wur­de, waren mit Neugierigen gefüllt, während in der Domkirche zu U. L. Frau ein zart­fühlenderer Theil unserer Bevölkerung sich zu fromem Gebete für eine glückliche Sterbestunde des Delinquenten versammelt hatte. Letzterer benahm sich sowohl auf dem ganzen Wege, als da er das Schaffot bestieg, sehr resignirt; die Exekution ging ungewöhnlich schnell, ein einziger Schwertstreich machte seinem Leben ein Ende. Am Richtplatze selbst war wegen des Nebels und starken Frostes die Volks­menge – und namentlich das zarte Geschlecht – nicht so zahlreich, wie sonst, anwe­send.

Ansbacher Morgenblatt Nro. 300. Donnerstag, 22. Dezember 1853.


12-07-08* (Engelhard)