Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler (1913) / t_715

Dopfer, Leonhard, Architekt u. Glasmaler, geb. 12.2.1835 in München, † das. 22.5.1891, lernte im Geschäft seines Vaters die Glaserei, bildete sich zu einem tüchtigen Zeichner, Architekten u. Maler, wodurch er den artistischen Betrieb eines eigenen Ateliers ermöglichte, aus welchem bald künstlerische Leistungen zu häusli­cher Zier u. Kirchengebrauch hervorgingen, darunter 5 Chorfenster für Herheim (1862), Eßlingen (1863), Rottenburg (1866), Bamberg, Winterthur (1869), Speyer (1871), Wildenstein. Wohlvorbereitet durch längere, insbesondere dem Studium der späteren Gotik gewidmete Reisen, trat D. 1872 als Inspektor in F. X. Zettlers kgl. Glasmalerei-Anstalt ein, um in streng stilgerechter weise nicht allein die alten Fenster des Ulmer Münsters zu restaurieren, sondern auch die Herstellung neuer Prachtleistungen zu leiten, während Woldemar Kolmsperger die Kartons zu den fi­gürlichen Kompositionen schuf. Die Anstalt lieferte auch die Glasgemälde für das Schloß Sinaia in Rumänien, ebenso (mit Kolmsperger) die großen Chorfenster, wel­che Ludwig II. in die von G. Dollmann erbauter Pfarrkirche zu Giesing stiftete. Auch für kunstgewerbl. Gegenstände entwarf D. Zeichnungen, Modelle u. Entwürfe, bei­spielsweise zum Meistertrunk-Pokal für das Rothenburger Festschauspiel u. dgl. m.

Luise v. Kobell, König Ludwig II. von Bayern u. die Kst., 1900 p. 463.

H. Holland.

Dr. phil. Hyazinth Holland: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Ge­genwart. Herausgegeben von Ulrich Thieme. Leipzig, 1913.


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