Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler (1913) / t_681

Dennerlein, Thomas, Bildhauer, geb. 1847 in Mitterteich (Oberpfalz), lebte in Mün­chen, wo er am 24. 1. 1903 starb; besuchte dort die Kunstgewerbeschule, unter­nahm drei Studienreisen nach Italien und ward frühzeitig von Neureuther zur plasti­schen Ausschmückung von dessen Monumentalgebäuden herangezogen. Von sei­nen Werken, die eine Schulung an der Antike in ihrer Formenstrenge, in ihrer mo­numentalen Gestaltung offenbaren, sind zu erwähnen: die Terrakottastatue der Athene auf der Akademie d. bild. Künste, die der Künstler trotz der Anleihen bei der griechischen Skulptur aus dem Geiste und in der Auffassung des 19. Jahrh. ge­schaffen, die Figuren des Handels und Bergbaues auf dem Münchener Hauptbahn­hof, das Kriegerdenkmal in Neuulm, ein straff u. fein durchgebildeter Page, eine durch frappante Ähnlichkeit u. virtuose Beherrschung der Technik ausgezeichnete Stielerbüste in Tegernsee (1887), das zierliche Grabmal eines kleinen Mädchens und die Büste seines Gönners Neureuther im Polytechnikum (1888), ferner ver­schiedene preisgekrönte Entwürfe für Denkmäler in Nürnberg u. Würzburg.

Bettelheim. Biogr. Jahrbuch VIII (1905) 76. – Pecht, Gesch. der Münchn. Kunst p. 310. – Arthur Schulz, Deutsche Skulptur der Neuzeit. III Tafel 3, 38. – Kunstchronik, XI, XIV, XIX, XX, XXI, XXII. N. F. V, VII, XIV. – Kunst für Alle I, II, III. – Kunst VII.

W. Burger.

W. Burger: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Herausgegeben von Ulrich Thieme. Leipzig, 1913.


31-01-22 (Dennerlein & Fleckinger)