Allgemeines Künstler-Lexikon (1872) / t_1438

Adler. Christian Adler, Porzellanmaler, geb. zu Triesdorf bei Ansbach 6. Mai 1787, † zu München 1842.

Nachdem er den ersten Kunstunterricht bei Prof. Naumann in Ansbach erhalten hatte, arbeitete er von 1811 an in der k. Porzellanmanufaktur zu Nymphenburg bei München und wurde 1815 zum Obermaler und Inspektor derselben ernannt. In Deutschland gehörte er bald zu den ersten Meistern seines Fachs und brachte es in der damals beliebten Schmelzmalerei, insbesondere in der Nachbildung alter Meis­terwerke, zu einer nicht gewöhnlichen Geschicklichkeit. Das tiefere Erfassen der al­ten Meister in ihrem Charakter darf man freilich von ihm ebenso wenig erwarten wie von den andern gleichzeitigen Künstlern seines Fachs. Dieser Mangel tritt denn auch in den Porzellangemälden zu Tage, die er von 1827 an auf Anordnung des Kö­nigs Ludwig I. als Kopien nach hervorragenden Bildern der alten Pinakothek zu München ausführte (die Sammlung befindet sich im Erdgeschosse der neuen Pina­kothek). Zu den besten Arbeiten des Künstlers gehören mehrere grosse Luxusva­sen mit Bildnissen der bayrischen Königsfamilie, so wie die Vase mit einer Darstel­lung der Huldigung der Künste und Wissenschaften nach M. Wagner’s Entwurf, welche dem König Max-Joseph zu seinem Jubiläum 1825 überreicht wurde. Die far­bige Behandlung sucht in allen diesen Werken, wie überhaupt in der Porzellanmale­rei der Zeit, der Wirkung des Oelbildes nahe zu kommen und hat nichts von jenem zarten und eigenthümlichen Ton, den dieser Kunstzweig im 18. Jahrh. zu erreichen wusste.

Verzeichniss seiner Werke in: Nagler’s Geschichte der k. Porzellan-Manufaktur, in den Bayer. Annalen. Jahre 1831.

J. Meyer.

J. Meyer: Allgemeines Künstler-Lexikon. Leipzig, 1872.


06-03-41* (Adler & Engleder)