Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_797

Foltz, Philipp, Historienmaler, geb. 11. Mai 1805 in Bingen, † 5. Aug. 1877 in Mün­chen. Bruder des Vorigen [Ludwig Foltz], kam 1825 nach München, wo er Gehilfe des Cornelius bei den Fresken in der Glyptothek und den Bildern unter den Arka­den des Hofgartens wurde. Später malte er mit Lindenschmit in einem Saal des Kö­nigsbaues 23 Darstellungen nach Schillers Balladen, und eine Reihe von Oelbildern theils aus dem Gebiet der Romantik, theils aus dem Gebirgsleben. Von 1835-38 verweilte er in Italien, wo er ebenfalls mehrere bedeutende Bilder malte, darunter besonders Des Sängers Fluch (nach Uhland, Neue Pinakothek in München). Nach seiner Rückkehr wurde er Professor an der Akademie, 1870 Direktor derselben und trat als solcher 1875 in den Ruhestand. Aus den letzten Jahren seines Lebens sind noch zu nennen die beiden Bilder des Maximilianeums: Das Zeitalter des Pericles und Demüthigung Friedrich Barbarossas vor Heinrich dem Löwen, sowie Kampfsce­nen aus dem Tiroler Kriege, Jagdbilder u. s. w. Eine seiner bekanntesten Zeichnun­gen ist Der Abschied König Ottos von Griechenland aus München.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


29-13-10/11 (Foltz)