Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_788

Flüggen, Joseph, Bildniss- und Historienmaler, geb. 1842 in München, Sohn und Schüler des Vorigen [Gisbert Flüggen], auch Schüler der dortigen Akademie unter Piloty. Zum Zwecke weiterer Studien reiste er 1866 nach Paris, London und Belgi­en, wo er viel von der alterthümlichen Richtung von Leys annahm. Bekannter als seine im Ganzen wenig an die Oeffentlichkeit gekommenen Bildnisse sind unter seinen übrigen Bildern: Elisabeth von Thüringen auf der Flucht, Der Wirthin Töch­terlein (1863, nach Uhland, Hauptbild), weniger gelungen Familienglück, und Am Strand von Genua; sehr glücklich dagegen war er in den Bildern: Das schmollende Liebespaar, Milton das »Verlorene Paradies« dictirend, Die Landgräfin Margarethe von ihren Kindern Abschied nehmend, Regina Imhof die Brautgeschenke empfan­gend (1877), Das letzte Kleinod (1883), Tod der heil. Elisabeth, und Die Märchenbil­der auf der Drachenburg bei Königswinter.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


18-13-32 (Flüggen & Sonntag)