Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_747

Enhuber, Karl, Genremaler, geb. 16. Dec. 1811 in Hof (Oberfranken), † 6. Juli 1867 in München, bezog erst 1832 doe dortige Akademie und wurde 1858 Ehrenmit­glied derselben. Er malte zunächst einige Thierbilder und wandte sich dann mit grossem Glück zum Genre, worin er sich durch treffende Charakteristik, gesunden Humor und kräftiges Colorit auszeichnete. Unter seinen zahlreichen Bildern sind die bedeutendsten und beliebtesten Der Bildschnitzer in seiner Werkstatt (1840, Neue Pinakothek in München), Der Münchener Bürgergardist (1844, Nationalgale­rie in Berlin), Der politisirende Schuster (1855), Das unterbrochene Kartenspiel (1858), Versäumte Essenszeit, Der Stellwagen vor dem Wirthshause, Der Gerichts­tag (1861, Museum in Darmstadt), Grossvater und Enkel (Neue Pinakothek), Vor dem Gerichtshause, Regentag im Gebirge und die trefflichen 6 Bilder aus dem deutschen Volksleben nach Melchior Meyrs »Erzählungen aus dem Ries« (Museum in Leipzig). Die Skizzen zu Letzteren, sowie eine Anzahl von E.’s besten Werken be­finden sich in der Gemäldesammlung zu Schleissheim bei München. Seit 1858 war er Ehrenmitglied der Münchener Akademie; auch wurde er Ritter des St. Michaels-Orden.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


18-06-57 (Enhuber)