Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_735

Echter, Michael, Historienmaler, geb. 5. März 1812 in München, † 4. Febr. 1879 das., war dort Schüler von Heinr. Hess, Cl. Zimmermann, Schnorr und Olivier, bet­heiligte sich bei Schnorrs Wandgemälden im Festsaalbau der Residenz und machte sich seit 1846 am bekanntesten als einer der Gehilfen Kaulbachs bei den Bildern im Treppenhause des Neuen Museums in Berlin, sowie durch die Wandgemälde im Treppenhause des Grafen Raczynski. Unter seinen ferneren historischen Bildern sind zu nennen: Im Maximilianeum zu München Die Ungarnschlacht auf dem Lech­felde (1860), an der Aussenseite desselben das stereochromische Bild des Vertra­ges von Pavia, im Nationalmuseum Friedrich Barbarossas Vermählung mit Beatrix von Burgund und Das Begräbnis Walthers von der Vogelweide, vor Allem die alle­gorischen Bilder der Telegraphie und des Eisenbahnverkehrs im (ehemaligen) Staatsbahnhof zu München. Im Theatinereingang der alten Residenz malte er 30 Wandbilder aus der Sage vom Nibelungenringe, endlich zahlreiche Aquarelle für König Ludwig II. nach Richard Wagners Opern. Er war seit 1868 Professor an der Kunstgewerbeschule zu München, seit 1862 Ehrenmitglied der Münchener Akade­mie und Ritter des Belg. Leopold-Ordens.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


27-12-02 (Echter)