Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_731

Eberhard, Konrad, Bildhauer und Maler, geb. 26. Nov. 1768 ebenfalls in Hindelang, † 12. März 1859 in München, anfangs Schüler seines Vaters, eines Bildschnitzers, und des Roman Boos, schuf zunächst in München und seit 1821 in Rom mehrere mythologische Skulpturen, war aber geschätzt wegen seiner religiösen Gegenstän­de, die er im Anschluss an die Nazarener ganz im Geist der katholischen Kirche voll religiösen Ernstes in grosser Zahl ausführte. Unter seinen mythologischen Werken sind zu nennen, in Nymphenburg Silen mit dem Bacchusknaben, Leda, Diana mit Endymion, in der Glyptothek Amor und die Muse; unter den übrigen Werken das Denkmal der jung verstorbenen Prinzessin Josepha Maximiliana Carolina von Bay­ern (1825, Theatinerkirche) und namentlich als das schönste die Denkmäler der Bi­schöfe Sailer und Wittmann im Dom zu Regensburg. Er versuchte sich auch in der Malerei christlich ascetischer Bilder und schuf 1833 ein Triptychon mit einer Dar­stellung der Entwickelung und des Triumphes des Christenthums (Privatbesitz in München), sowie Zeichnungen zum Alten Testament. Seit 1816 war er Professor an der Akademie in München.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


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