Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_7

Adam, Albrecht, Schlachtenmaler, geb. 16. April 1786 in Nördlingen, † 28. Aug. 1862 in München, wo er seit 1807 lebte und sich, veranlasst durch den Maler Joh. Lorenz Rugendas, immer mehr der Darstellung militärischer Scenen widmete. 1809 machte er als Maler den Feldzug gegen Oesterreich mit, malte zahlreiche Skizzen, wurde Hofmaler des Prinzen Eugen Beauharnais (Herzogs von Leuchtenberg), den er nach Italien begleitete, wo 1812 sein erstes grösseres Bild, die Schlacht bei Leo­ben, entstand. Mit demselben Herzog ging er 1812 auch nach Russland, kehrte un­ter grossen Gefahren nach München zurück, lebte aber 1813 bis zum Sommer 1815 in Italien. 1848 nahm er an dem Feldzuge der österr. Armee unter Radetzky Theil und wurde dann Hofmaler in München.

Unter seinen Oelbildern sind ausser den erwähnten die bedeutendsten: die Schlacht bei Moshaisk für den Herzog von Leuchtenberg, in der Neuen Pinakothek zu München die Schlachten bei Novara und Custozza, die Erstürmung der Düppe­ler Schanzen und Portrait Radetzky’s, in der Nationalgalerie zu Berlin die Schlacht bei Abensberg, ferner eine Ansicht von Friedrichshafen (Württemberg), Auf dem Schlachtfelde von Moshaisk, die schlacht an der Moskwa (Festsaalbau in München), Rückzug der franz. Armee aus Russland und als sein letztes Bild die Schlacht bei Zorndorf (Maximilianeum in München). Dazu kommt das auf den russischen Feld­zug bezügliche Prachtwerk »Voyage pittoresque et militaire« in 120 lithographirten Blättern (1827-33). Seine Selbstbiographie: »Albrecht A., Aus dem Leben eines Schlachtenmalers«, herausgegeben v. H. Holland (1886).

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


27-01-25 (Adam)