Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_613

Bürkel, Heinrich, Landschafts- und Genremaler, geb. 29. Mai 1802 in Pirmasens, † 10. Juni 1869 in München, war anfangs zum Kaufmannsstande bestimmt, arbeitete als Schreiber bei einem Friedensrichter und begab sich 1821 nach München, wo er zwar Schüler von Peter v. Langer wurde, sich aber viel mehr durch das Studium der alten Niederländer und nach der Natur bildete. 1829-32 lebte er in Rom, studirte hier das Volksleben und liess sich in München nieder, wo er eine unermüdliche Thä­tigkeit in der sorgfältigen Ausführung seiner Bilder entwickelte. Die Zahl derselben ist so gross, dass es kaum eine Galerie oder Sammlung gibt, in der er nicht mit Ge­genden aus dem bayrischen und tiroler Alpenland, oder mit Dorf- und Wirthshaus­scenen, mit Fuhr- und Ackersleuten oder mit Scenen aus der Umgebung von Rom vertreten ist. So in der Neuen Pinakothek zu München: Vor einem Aquaedukt in der Campagna von Rom, und Regenschauer in einem Gebirgsdorf, in der Kunsthalle zu Hamburg als eines seiner ältesten Bilder (1826) Pferde vor einer Dorfschmiede, Sonntagmorgen, Winterlandschaft mit heimkehrenden Bärenjägern u. A., in der Na­tionalgalerie zu Berlin Schiffszug am Inn bei Battenberg in Tirol (1828), Tiroler Kir­mes u. A., im Museum zu Leipzig Frühmorgen in einem Tiroler Dorfe (1834), Fi­scherdorf im bayrischen Oberland, im Rudolfinum zu Prag Die Zugspitze bei Gar­misch in Bayern, im Museum zu Königsberg Ein Wirthshaus im Dorf Zirl bei Inns­bruck, im Museum zu Danzig Rauferei vor einem Wirthshause, Abend im Gebirge und im Privatbesitz viele Andere.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


38-01-10 (Bomhard & Bürkel)