Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_596

Brugger, Friedrich, Bildhauer, geb. 13. Jan. 1815 in München, † 9. April 1870 das., war auf der dortigen Akademie Schüler von Schwanthaler, arbeitete von 1841–43 in Rom und schuf nach seiner Rückkehr sehr geschätzte Bildwerke in klassischem Geist und Stil. Dahin gehören: Chiron den Achilleus unterrichtend, Oedipus und Antigone, Dädalus und Ikarus, Merkur mit der Kalypso. Dazu kommen Marmorbüs­ten für die Ruhmeshalle und mehrere im Ganzen weniger gelungene colossale Por­traitstatuen in Erz. Die letzteren sind in München der Componist Gluck (1848), der Kurfürst Max Emanuel, der Architekt v. Gärtner, in Augsburg Johann Jakob Fugger (1857), in Landshut der Herzog Ludwig der Reiche, in Heidelberg der Feldmarschall Wrede, in München an der Aussenseite der Glyptothek die trefflichen Marmorsta­tuen von Ghiberti, Donatello, und Peter Vischer, in Odessa der Feldmarschall Fürst Woronzow. Allzu antik behandelt sind seine wenigen christlichen Bildwerke, z. B. Christus mit dem Versucher und Christus am Kreuz.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


16-10-26 (Brugger)