Allgemeines Künstler-Lexicon (1895) / t_56

Amsler, Samuel, Kupferstecher, geb. 17. Dec. 1791 in Schinznach (Kanton Aargau), † 18. Mai 1849 in München, war seit 1810 Schüler von Joh. Heinr. Lips und von K. Hess, besuchte seit 1814 die Akademie in München und ging 1816 nach Rom, wo er die Stecher der Renaissancezeit studirte und Blätter nach Thorwaldsen’s Bildwer­ke und nach Cornelius das Titelblatt zu den Nibelungen stach. 1820 begann er sei­ne Stiche nach Thorwaldsen’s Alexanderzug, kehrte dann in die Schweiz zurück und wurde 1829 Professor der Kupferstecherkunst in München. Seine bedeutendsten Stiche, zum Theil in Cartonmanier, sind nach Raffael die Madonna Conestabile Staf­fa, die Madonna Tempi, die Madonna Canigiani und die Grablegung, Johannes nach Domenichino, der Triumph der Religion in den Künsten nach Overbeck, Schwanthaler’s Malerstatuen in der Pinakothek und Dannecker’s Christus. Er arbei­tete in strengem Stil, der nicht nach Effecte strebt, sondern sich stets an die Geset­ze der plastischen Erscheinung hält.

Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. Herausgegeben von Hans Wolfgang Singer. Erster Band. Frankfurt am Main, 1895.


07-02-01 (Amsler)