Allgemeine Zeitung (19.1.1867) / t_320

Deutschland. Bayern. München. Vor ein paar Tagen starb (wie gemeldet) der k. Hofoptikus G. Merz, der ehemalige Direktor des Fraunhofer’schen optischen Insti­tuts. Georg Merz war der Sohn eines armen Leinwebers im Januar 1793 zu Bene­dictbeuren geboren. Bis zu seinem 15ten Lebensjahr war er ohne bestimmten Le­bensplan. Als Geheimerath v. Utzschneider zu Benedictbeuren die Kunstglasfabrik und das optische Institut anlegte, fand der junge Merz als Arbeiter darin Aufnah­me. Bei Tag wurde geschliffen, bei Nacht Mathematik und Optik studiert. Beson­ders erhielt Merz mathematischen Unterricht von P. Rauch, einem Ordenspriester der aufgelösten Benediktiner Abtei Benedictbeuren. Als 1826 Jos. v. Fraunhofer starb, wußte Hr. v. Utzschneider keine tüchtigere Persönlichkeit für die Leitung des Instituts als G. Merz. Von ihm giengen jene Rieseninstrumente an alle Sternwarten Europa’s und Amerika’s, nach Australien und an das Cap der guten Hoffnung. Erst bei vorangerückterem Lebensalter übergab er seinem Sohne Sigmund Merz die Di­rection, welcher dann die Preise auf den Weltausstellungen errang. (Bayer. Kur.)

Allgemeine Zeitung Nr. 19. Augsburg, Sonnabend, 19. Januar 1867.


SK-N-3/4 (Merz)