Allgemeine Zeitung (11.2.1852) / t_1759

Ein Raubmord der heute Vormittag hier begangen wurde erregt alle Gemüther. Vormittag 10 Uhr fand man den 18jährigen Cigarrenhändler Reeb ermordet und beraubt in seinem Laden, der sich im Rondell vor dem Karlsthore, sohin an einem der frequentesten Plätze befindet. Dem Unglücklichen war die Kehle fast durch­schnitten und noch andere Wunden beigebracht, die ohne Zweifel seinen augen­blicklichen Tod herbeigeführt haben müssen. Die Behörden sind in größter Thätig­keit um den oder die Mörder, die eine so schreckliche That am hellen Tage und in einem offenen Laden an einem so frequenten Platze begangen haben, zu ermitteln, und hoffentlich wird dieß auch gelingen und die rächende Justiz einschreiten kön­nen.

* Ein anderer uns zukommender Münchner Brief sagt über diesen unerhörten Fall: »Heute Vormittag um 10 Uhr wurde in einem kleinen Tabak-Kramladen, zunächst am Karlsthor, wo sich, wie Sie wissen, eine Wache, und vor welchem stets mehrere Fiaker sich aufgestellt befinden, ein junger Mann von 19 Jahren, der einzige Sohn einer Wittwe, in seinem Blute entseelt getroffen. Er hatte mehrere Stiche im Kopf, und die Kehle soll ihm halb durchschnitten seyn. Aus einigen Schnittwunden an den Fingern ist abzunehmen daß das Opfer seinem Mörder Widerstand entgegenge­setzt habe. Eine Uhr mit goldener Kette, welche der Verlebte trug, und Geld aus dem Ladentische sind, wie man sagt, von dem noch unbekannten Thäter geraubt worden.«

Allgemeine Zeitung Nr. 42. Augsburg; Mittwoch, 11. Februar 1852.


11-09-56* (Reeb)