Allgemeine bayerische Chronik (1844) / t_110

Die zwar für die französisch-republikanische Rheinarmee unter ihrem Obergeneral Moreau, über die österreichisch-bayer’sche unter Erzherzog Johann und General Zweibrücken am 3. Dezember 1800 bei Hohenlinden, 10 Stunden von München an der Wienerstrase gewonnene Schlacht, in welcher unter Andern der bayer. General Deroy gefangen, Hauptmann Graf Morawizky vom 2ten, die Ober-Lieutenants Ba­ron Schwachheim von diesem, Steffens vom 3ten, v. Auer vom 6ten Linien-Infante­rie-Regiment niedergemacht wurden, kostete der erstern auch manchen Tapfern, dessen Verlust derselben schmerzlich fiel. Unter diesen befand sich General Bastul, der in München am 15. Jäner 1801 an seinen Wunden starb. Ein schönes Grabmo­nument, die Hülle des tapfern‘ Feindes deckend, ragt auf dem allgemeinen Lei­chenacker zu München hoch über die Andern hinaus, wozu Moreau der Municipali­tät baare 4000 fl. aus den Kontributionsgeldern angewiesen hat. Auf Stufen erhebt sich ein hoher Marmorsockel; dieser trägt eine majestätisch auf vier eisernen Bom­benkugeln ruhende Spitzsäule im länglichen Viereck von demselben Gestein, oben mit einer Feuerflamme von Erz versehen. Eine Erzplatte, an der Vorderseite dersel­ben angebracht, gibt in erhabenen Buchstaben der Nachwelt kund:

»L’Armée dû Rhin, commandé par le General Moreau, á la memoire dû General Ba­stul, blessé á la bataille de Hohenlinden le 12. Frimaire, mort á Munic le 25. Nivose l’an 9 de la Republique francaise.«

Noch bis zur Stunde erscheint dieses Kriegsdenkmal alle Jahre am Allerheiligenta­ge mit einem grünenden Kranze geehrt.

Allgemeine bayerische Chronik. München, 1844.


12-03-01/03 (Bastoul)